
Baños
First impression of the Amazonia, Vulcanos and new recipes 🙂
“The most painful thing is losing yourself in the process of loving someone too much, and forgetting that you are special too.”
– Ernest Hemingway
Nach meinem Abenteuer in Latacunga ging es für mich auch schon weiter nach Baños. Der perfekte Ort um den ersten Eindruck vom Amazonas zu bekommen und auch um ein paar Tage zu relaxen. Also nahm ich mir vor meine müden Knochen wieder etwas auszuruhen und erst nach ein paar Tagen wieder die Welt erobern zu wollen.
Die ersten Tage verliefen dementsprechend ruhig und ich habe viel Zeit mit Essen verbracht :D. Danach merkte ich das ich es mir irgendwie ein bisschen zu bequem machte und beschloss daraufhin ein bisschen weiter in den Amazonas einzutauchen. Somit ging meine Reise zuerst nach Puyo und Tena bevor ich Baños unsicher machte.
Alles funktionierte recht gut mit Hitchhiking doch als ich in Puyo selbst ankam, war ich ein wenig enttäuscht. Es wirkte so wie eine normale Stadt und hatte keinen Touch vom Amazonas selbst. Überall waren Gebäude und der Fluss war nicht größer als die Mur selbst, mit industriell wirktende Brücken darüber und alles erinnerte einen an kaltes Stahl.
Als ich fragte wo man hier ein wenig in die Natur eintauchen könne, schlugen mir die Einheimischen den „Paseo de Rio Puyo“ vor, ein netter Spaziergang neben dem Fluss aber immernoch kein Gefühl vom Amazonas.
Ich sah ein paar interessante Pflanzen und Bäume, genoss den Weg am Fluss entlang aber das war mir einfach nicht genug. Deswegen beschloss ich am nächsten Tag auch schon nach Tena aufzubrechen. Doch bevor ich mit totaler Enttäuschung diesen Ort verlassen würde, bekochte mich noch die Inhaberin vom Hostel und gab mir wieder neuen Mut.
Am nächsten Tag spazierte ich ungefähr 20 Minuten mit meinem schweren Laster aufden Schultern zur Hauptstraße um eine Mitfahrgelegenheit nach Tena zu bekommen. Ein netter Taxi Fahrer mit seiner Freundin hielten an und meinten das sie mich gratis ein Stück mitnehmen könnten. Somit war der halbe Weg auch schon geschafft und ich brauchte nur noch das letzte Stück.
Wieder meinte es Gott gut mit mir, und ein netter Mann aus Quito hielt an und wir plauderten während der Fahrt über seine Arbeit hier im Amazonas Gebiet. Nachdem ich ein Hostel gefunden hatte und auch von diesem Aussichtspunkt nicht wirklich begeistert war, versuchte ich wieder Informationen bei Einheimischen zu finden. Leider musste ich feststellen das man ohne Tourguide fast nichts selbst erkunden kann, das Reservat darf nur mit einem lokalen Tourguide betreten werden und noch tausend andere Fakten.
Naja, ich dachte mir das ich zwar nicht wirklich was erlebt hatte, jedoch meine faule Routine durchbrochen hatte. Motiviert ging es zurück nach Baños wo mich eine Woche voller Arbeit bereits erwartete. Denn diese Woche würde ich im Hostel Tunguraghua voluntieren.
Dort angekommen, lernte ich direkt meine Kollegen kennen und wurde direkt mit Essen überschüttet. Besonders ins Herz geschlossen hatte ich die verrückte Argentinierin, ein süßes Pärchen ebenfalls aus Argentinien und eine Gruppe Kolumbianer. 🙂
Dadurch das ich nur 2 1/2 Tage in der Woche arbeiten musste, hatte ich genug Möglichkeit alles zu erkunden. Meinen ersten freien Tag nutze ich um dem Amazonas noch eine Chance zu geben aber davon erzähle ich euch im nächsten Blog Post ;).
Danach bekam ich einen Einblick in meine Arbeit, saß an der Rezeption, kehrte den Hof und kreierte sogar ein „Happy Birthday Special“ für unsere Gäste. Ich hatte endlich Zeit wieder ein wenig zu schreiben und mich körperlich ein wenig zu betätigen.
Nachdem die Arbeit erledigt war spazierten Andres, einer der Kolumbianer und ich zum Mirador los Ojos del Vulcan. Obwohl wir eigentlich Hitchhiken wollten, mussten wir feststellen das es dort kaum Verkehr und ebenfalls keine Busse gab deswegen beschlossen wir einfach zu laufen.
Nach ungefähr zwei Stunden erreichten wir auch schon den Gipfel, immer wieder konnten wir den wunderschönen Vulkan betrachten doch als wir dann den Aussichtspunkt fanden konnte es kaum besser werden.
Nach einem kurzen Fotoshooting und einem Snack mit Blick auf den Vulkan wollten wir noch eine Schaukel finden die hier irgendwo versteckt sein musste. Es dauerte nicht lange bis wir ein verlassenes Haus mit einem eher unscheinbaren Schild „Mirador los Ojos del Vulcan“ fanden. Dort mussten wir leider feststellen das die Schaukel leider gerissen war und somit unbenutzbar.
Jedoch konnten wir, nicht weit von hier, ein weiteres Haus entdecken die ihre ganz eigene und private Schaukel hatte. Wir schlichen uns an den Kühen vorbei und bekamen endlich unser Bild :D.
Danach konnten wir erfolgreich und zufrieden zu unserem Hostel zurückkehren und ein wohlverdienstes Abendessen genießen :).
Am nächsten Morgen beanspruchten wir die gratis Tour von unserem Hostel um einige tolle Plätze in Baños zu sehen. Unser erster Stop war früh Morgens das Casa del Arbol. Hierbei handelt es sich um ein Baumhaus mit der wohl berühmtesten Schaukel in dieser Gegend.
Glücklicherweise waren wir einer der ersten somit keine Wartezeit oder wahnsinnig große Menschenmassen sondern nur wir mit unserer Schaukel. Danach kamen aber nach und nach immer mehr und wir gingen weiter zu nahe gelegenen Schaukeln sowie eine Mini Zip-Line. Trotz schlechtem Wetter und dichtem Neben genossen wir jede Sekunde. Vielleicht kam es uns dadurch sogar noch höher und inmitten von Wolken vor.
Dadurch das wir jedoch mit dem Chiva unterwegs waren, mussten wir uns leider an den Zeitplan halten, kamen jedoch mit diesem zu Orte die ich nicht auf meiner Liste hatte. Der nächste Stop war nämlich eine weitere Schaukel, die etwas extremer war – Vuelo del Condor. Das heißt übersetzt einfach „Flug des Condors“ und genau so fühlt es sich auch an.
Zuerst bekommt man einen gratis Schnaps und der erste der sich traut bekommt 50% Rabatt, da musste ich einfach zuschlagen denn wie oft hat man diese Chance? Der Flug selbst dauert vielleicht nicht lange aber das war es wert :D.
Danach ging es weiter zur Ruta de las Cascadas, hier findet man auf dem ganzen Weg viele verschiedene Wasserfälle bis man schlussendlich beim Pailon del Diablo landet. Dieser Wasserfall ist wahnsinnig berührt da er groß, mächtig und mit architektonischen Besonderheiten verziert wurde. Jeder möchte einmal bei den schwarzen Wendeltreppen unter diesem Wasserfall vorbei gehen.
Natürlich hatten wir auch immer wieder die Chance etliche Zip-Lines und andere Aktivitäten auszuprobieren aber dies reizte uns nicht besonders. Ich schätze auf diesem Weg waren die Wasserfälle dann doch interessanter und natürlich billiger :D.
Das war aber auch schon das Ende von meinem Abenteuer hier denn danach ging es zur nächsten Volunteer-Gelegenheit in Santa Domingo. Meinen Ausflug in den Amazonas direkt beschreibe ich in einem eigenen Blog-Eintrag den dieser Tag hat einen eigenen Beitrag verdient :D.
28. Juni 2019 – 15. Juli 2019