
Vulcan Cotopaxi & Quilotoa Loop ♥
“The gladdest moment in human life is a departure into unknown lands.”
– Sir Richard Burton
Nachdem ich Stundenlang mit meinen Rucksäcken in Quito herum geirrt war, beschloss ich einen Bus nach Latacunga zu nehmen um nicht noch mehr Zeit zu verlieren. Nun machte ich es mir bequem in einem Doppeldecker Bus mit WLAN, Decken, Filmen und extra viel Platz fuer deine Fuesse. Um ehrlich zu sein, denke ich das ich noch nie so luxurioes gereist bin wie in Suedamerika obwohl ich immer die guenstigste Option nehme.
Dort angekommen dauerte es nicht lange und ich habe meine bleibe fuer die naechsten Tage gefunden. Obwohl die 1 Dollar mehr haben wollten damit ich die Kueche nutzen kann, konnte ich es auf 25 Cent runterhandeln. Mit diesem Triumph kochte ich direkt Pasta mit einer koestlichen Brokkoli Creme Sauce.
Obwohl Latacunga recht ueberschaulich ist, hatte ich wahnsinnig grosse Schwierigkeiten an Essen zu kommen. Jeder empfiehlt dir direkt den normalen Supermarkt wo alles ungefaehr 10x teurer ist und du nicht entscheiden kannst wieviel Selery du kaufen kannst. Verzweifelt suchte ich noch irgendwo eine kleine Tienda um zu vermeiden 1Kg vom Supermarkt erwerden zu muessen doch lange ohne Erfolg.
Nachdem ich unzaehlige Menschen fragte erreichte ich endlich einen lokalen und traditionellen Markt, so wie ich ihn liebe. Ich besorgte den Rest und genoss mein Abendessen. Mit tausend Decken eingewickelt verschwand ich auch recht zeitig in meinem Bett um am naechsten Tag den National Park Cotopaxi unsicher zu machen.
Frueh Morgens marschierte ich mit ein paar Broetchen und Cracker Richtung Hauptstrasse und hoffte mit Hitchhiking rechtzeitig den National Pakr zu erreichen um alles erkunden zu koennen. Dort hielt auch schon schon Christian der mir einige nuetzliche Dinge ueber den Vulkan erzaehlte, fuer den Hike selbst schenkte er mir ein Stueck Schokolade um immer bei voller Energie zu sein.
Leider konnte er mich nicht direkt bis zum Eingang bringen aber dank ihm hatte ich schon ein grosses Stueck meines Weges geschafft. Danach fing ich einfach an los zu gehen und versuchte mein Glueck erneut.
Anfangs schien es etwas trostlos da die Leute sogar die Strassenseite wechselten damit sie mich nicht mitnehmen mussten, jedoch hatte eine Ecuadorianische Familie ein grosses Herz und sammelten mich ein. Nachdem ich auf die Ladeflaeche des Pick-Ups sprang kamen wir auch nach ungefaehr 20 Minuten am Eingang an. Dort mussten wir uns nur noch Registrieren und danach konnte es auch schon los gehen.
Die Familie nahm mich sofort auf und ich konnte weiterhin ein Gast in deren Auto sein. Das Wetter war wunderschoen und nachdem wir die ersten Landschaften vom National Park erblickten konnten wir ebenfalls den beruehmten Vulkan Cotopaxi erkennen. Er ist ausserdem bekannt dafuer immer mit Wolken oder Nebel bedeckt zu sein und dafuer gibt es auch eine interessante Liebesgeschichte.
Denn der hoehste aktive Vulkan der Welt, Cotopaxi war schon immer in den Vulkan Tungurahua verliebt. Er versuchte eine lange Zeit den schoensten Berg in seinen Augen fuer sich zu gewinnen doch der Vulkan Chimborazo gewann sie schlussendlich. Nach dieser Niederlage versteckt sich Cotopaxi nun meistens hinter Nebel und Wolken um sich vor der Scharm zu verstecken.
An diesem Tag hatte ich jedoch das Glueck sein Gesicht zu sehen und konnte ein paar tolle Fotos von der ferne schiessen. Eigentlich hatte ich nicht damit gerechnet diese Schoenheit von naechster Naehe zu betrachten doch da mich die Familie so herzlich aufgenommen hatte, wurde dieser Traum auch war.
Wir fuhren so weit es ging und danach starteten wir auch den Hike zum Refugio, natuerlich waere ich gerne bis zum hoechsten Punkt gegangen aber leider ist dies nur in der Nacht moeglich. Die Sonne ist waehrend des Tages so stark das der Gletscher zu schmelzen beginnt und somit einen Aufstieg zur Spitze unmöglich macht. Jedoch will ich auch diese Herausforderung eines Tages meistern :).
Als der Aufstieg begann drehten wir uns immer wieder einmal um da wir es kaum fassen konnten wie schön doch dieser National Park ist, naschten etwas süßes und versuchten bei dem Sand nicht direkt auszurutschen. Die Kinder völlig energielos wollten nur noch getragen werden und man hörte immer wieder das klicken meiner Kamera. Ich weiß genau das es den Kleinen genauso gehen wird wie mir, in ein paar Jahren sind sie stolz drauf den Vulkan Cotopaxi bezwungen zu haben :D.
Als wir beim Refugio ankamen, traf ich auch wieder April die mich am Vulkan Pinchincha bereits begleitet hat. Voller Freude fielen wir uns in die Arme und tauschten Geschichten aus wie wir beide wieder zur gleichen Zeit hier gelandet sind. Ich durch Hitchhiken und viele wunderbare und nette Menschen und sie mit einer Gruppe Reisenden und einen sympathischen Reiseführer.
Manchmal sind die Wege selbst so unterschiedlich aber das Ziel ist das selbe und man freut sich wenn man sich dann am Ende des Weges wieder trifft :).
Nachdem wir uns im Refugio gestärkt hatten, einen Stempel in unsere Reisepässe bekamen und nochmal den Gletscher bestiegen sind ging es auch schon wieder abwärts. Leider hatte ich meinen Pass nicht direkt mit aber der Mann war so freundlich und gab mir den Stempel auf ein Blatt Papier – der wandert sofort in mein Reisetagebuch :).
Außerdem habe ich es wirklich genossen nach so langer Zeit wieder einmal Schnee zu betrachten und auch anzufassen! Psst aber ich passierte auch die Absperrung und versuchte so weit zu kommen wie möglich :D. Das war es auf jeden Fall wert.
Als wir in Rekordzeit den Vulkan wieder herunterrutschten und noch ein paar letzte Fotos machten, stoppten wir noch bei einem schönen See und konnten den Vulkan selbst nochmals von der Ferne betrachten. Das Glück war eindeutig auf unserer Seite denn wie aus dem Nichts tauchten ein paar Pferde auf die das Bild der Landschaft nochmal umramten.
Danach dachte ich eigentlich das sich die Wege von mir und der netten Familie wieder trennen würden doch sie luden mich noch zu einem weiteren Ort ein. Ein historisches Gebäude aus der Inka Zeit welches nun besucht und auch bewohnt werden kann. Wir bekamen von zwei freiwilligen Arbeitern eine kleine Tour und konnten ein wenig in die Geschichte eintauchen. Jedoch muss ich ehrlich sein, unsere Herzen haben die Lamas erobert :D.
So weit das Auge reicht, Lamas! Wir durften sie füttern und unsere Kleidungsstücke beschützen denn meine Mütze wäre auch fast im Magen eines Lamas gelandet. Unbeschreibliches Gefühl inzwischen von all den süßen Tierchen :D.
Aber danach ging es zurück nach Latacunga, ich bedankte mich herzlich für den unvergesslichen Tag und kochte noch eine Kleinigkeit. Bei dem ruhigen Abend blieb es nicht lange da mich drei nette Schweizerinnen zu einem Bier eingeladen hatte und daraufhin plauderten wir bis spät in die Nacht :D.
Trotz Schlafmangel war ich auch am nächsten Tag wahnsinnig motiviert um die Quilotoa Loop zu besuchen und ebenfalls die ganze Runde hiken wollte :).
Dadurch das meine Mitfahrgelegenheit in letzter Sekunde abgesagt hatte, eilte ich so schnell es ging zum Terminal um nicht noch mehr Zeit zu vergeuden. Leider ging der nächste Bus erst in zwei Stunden also blieb mir nichts anderes übrig als es wieder mit Hitchhiken zu versuchen.
Zuerst nahm ich den Bus nach Pujili und dort versuchte ich dann mein Glück. Es dauerte eine Weile bis endlich jemand anhielt aber dafür schaffte ich ein paar Km zu Fuß. Endlich hielt ein Pick Up mit Einheimischen, ich konnte direkt auf die Ladefläche springen und unterhielt mich dort mit einer älteren Frau. Alle völlig verwundert was ich hier so alleine treibe aber wahnsinnig hilfsbereit.
Der Truck konnte mich ungefähr bis zum halben Weg mitnehmen, danach war ich wieder auf der Straße auf mich alleine gestellt. Der Truck Fahrer meinte aber ich sollte direkt die Leute in dem nahegelegenen geparkten Auto ansprechen. Es handelte sich hier um eine private Tour von einem älteren Ehepaar aus Frankreich.
Zuerst schien der Tourguide ein wenig skeptisch doch dann wurde auch sein Herz erwärmt und ich konnte ein Teil der Tour werden. Obwohl ich kein französisch spreche, hatte ich die Chance bei kleinen Geschäften Halt zu machen und anschließend besuchten wir den Cañon del Toachi. Ohne dieser Tour in der ich wie durch Zufall reingeplatzt bin hätte ich diesen Canynon vermutlich nie gesehen, deswegen bin ich irgendwie froh das meine Anreise so kompliziert war :D.
Danach ging es aber endlich nach Quilotoa und dort trennten sich unsere Wege endgültig. Jedoch traf ich nach ein paar Minuten auch direkt April und mit einem strahelnden Lächeln im Geschicht mussten wir auch diesen Moment festhalten. Da sie mit der gleichen Reisegruppe unterwegs war wie am Tag davor konnten wir leider nicht den Hike gemeinsam antreten.
Ich wollte mir diese Erfahrung aber nicht nehmen lassen einmal um einen Vulkan spaziert zu sein, am Krater selbst mit atemberaubender Aussicht. Ich startete die Reise zuerst nach links jedoch kam ich nach 10 Minuten auch schon direkt vom Weg ab. Jeder der mich kennt, weiß auch wie grauenhaft mein Orientierungssinn ist aber das sollte nicht heißen das ich dieses Abenteuer nicht schaffen kann.
Der nächste Versuch ging in die andere Richtung und ich schaffte es sogar für eine ganze halbe Stunde nicht verloren zu gehen aber danach war der Weg wieder verschwunden. Ich setzte mich hin, blickte in die Lagune und fragte mich wie andere Leute das wohl machen.
Zum Glück kam endlich ein Mensch den ich fragen konnte, wo zum Teufel dieser Weg bloß sein konnte. Total versteckt ging es nach unten aber das hieß meine Reise konnte weiter gehen. Obwohl ich bedenken hatte den letzten Bus nicht erwischen zu können, wollte ich nicht aufgeben!
Nachdem ich den riesigen Berg vor mir da den ich nun erklimmen musste, kamen sogar noch mehr Zweifel aber die süßen vanielle Cracker in meiner Tasche gaben mir Energie den schwersten Teil der ganzen Route zu bewältigen.
Völlig verschwitzt traf ich immer mehr Wanderer und war positiv gestimmt das ich diesmal auf dem richtigem Weg war. Doch während mich die Begeisterung für Blumen, Schafe, Vulkane und alles drum herum packte verlor ich wieder die Orientierung und war irgendwo im Nirgendwo.
Der Weg führte immer weiter nach unten und ich begann wirklich mir Sorgen zu machen, jedoch sah ich auf der Karte das es dort ebenfalls einen Weg gab also folgte ich den Pfad der Ungewissheit mit strahlendem Selbstvertrauen.
Obwohl ich kaum noch Wasser hatte, völlig verschwitzt war, meine Cracker waren auch verbraucht und ich immer wieder Sprints hinlegte um es ja pünktlich bei der Bushaltestelle zu sein, schaffte ich es jede Sekunde von diesem Hike zu genießen. 🙂
Nachdem auch die letzte Hürde, nämlich ein Klettersteig, gemeistert war konnte ich endlich wieder Zivilisation entdecken und war wieder auf bekannten Terretorium. Lustigerweise schaffte ich das alles in Rekordzeit und musste dann noch 45 Minuten auf den Bus warten. Mit großen Gelächter, noch größerer Müdigkeit und einem siegreichen Gefühl ging es dann zurück nach Latacunga.
Dort wartete mein Gepäck auch schon auf mich und ich wechselte das Hostel. Zuerst war ich etwas traurig das ich umsiedeln musste aber im nachhinein freute ich mich darauf mein unerwartetes Privatzimmer zu genießen. Dadurch das alles ausgebucht war, ich jedoch reserviert hatte bekam ich mein Privatzimmer für den Preis von einem Dorm :D.
25. Juni 2019 – 28. Juni 2019